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„Wir streben Lösung mit Hochdruck an“

05.03.2010 - 16:35 von Delmenhorster Kreisblatt (Klaus Erdmann)


BWD-Vorsitzender Dr. Günther Lersch plädiert dafür, dass die Stadt die zweite Halle kauft


Johann Heinrich Weinans rechnet nicht mit einer Verlängerung des bis zum 30. April datierten Pachtvertrages. Manfred Theilen sucht Interessenten für die zweite Halle.

VON KLAUS ERDMANN

DELMENHORST. „Die Nöte sind uns bekannt und es wird mit Hochdruck eine Lösung angestrebt“. Mit diesen Worten hat Timo Frers gestern die besorgniserregende Hallensituation an der Lethestraße kommentiert. Der Stadtsprecher bestätigte, dass es am Vortage ein Gespräch gegeben habe, in dessen Verlauf Oberbürgermeiser Patrick de La Lanne und Manfred Theilen, Sonderbeauftragter des Tennis-Clubs Blau-Weiß (BWD), den Stand der Dinge erörtert hätten.

In einer Pressekonferenz hatten Theilen am Mittwochabend mitgeteilt, dass der mit dem niederländischen Investor Johan Heinrich Weinans geschlossene Pachtvertrag am 30. April auslaufe. Die an der Lethestraße ansässigen Vereine BWD und Hockey-Club an der Delme (HCD) würden sich ab dem 1. Mai in einem „vertragsfreien Zustand“ befinden. Da sich die Energieversorgung in der Halle befinde, sei der Sommerbetrieb nicht gewährleistet. Der Tennis-Club müsse vor der Sommersaison eine Grundüberholung der Außenanlage vornehmen und am 15. März wissen, ob ihm Strom und Wasser zur Verfügung stehe (wir berichteten).


Die Stadt hat dem Hockey-Club angeboten, die Umkleideräume im Stadion zu nutzen. „Wenn sich keine bessere Möglichkeit findet, werden wir dieses Angebot wahrnehmen“, erklärte HCD-Vorsitzender Carsten Schröder gestern. Er ergänzte: „Ich befinde mich in Gesprächen mit Herrn Weinans, kann aber noch nichts Konkretes berichten.“


Theilen betonte, das BWD eine Halle kaufen und für die andere Halle jemanden finden wolle. Man sei nicht untätig gewesen. Wichtig sei es, die zweite Halle einer Nutzung zuzuführen. Theilen: „Wir haben gerechnet und überlegt, ob wir die zweite Halle übernehmen können. Doch die Grundkosten sind zu hoch. Mit den Einnahmen könnten wir keine Deckung erreichen.“


Des weiteren sei über eine Soccer-Arena nachgedacht worden. „Wir befinden uns mit dem Fachverband Fußball in Gesprächen. Dieser muss die Interessen bündeln und dann gibt es weitere Gespräche“, informierte Theilen. Eine weitere Möglichkeit sei Indoor-Golf. Theilen, der auch als Präsident des Vereins Golf in Hude fungiert: „Ich habe 17 in der Region ansässige Vereine zu einem Gespräch eingeladen. Eventuell kann man eine Betreibergesellschaft gründen. Indoor-Golf gibt´s im Umkreis von 150 Kilometern nicht. Es gibt rund 50.000 Golfer, die im Winter nicht spielen können. Hier ist ein enormer Bedarf vorhanden. Das muss konkretisiert werden.“


Auch Kick-Boxer hätten Interesse bekundet. Theilen: „Wir sind sehr daran interessiert, Ideen zu entwickeln und werden alles daran setzen, die Möglichkeiten auszuloten. Alles das braucht aber Zeit.“
„Es wäre das einfachste, wenn die Stadt die zweite Halle kaufen würde,“ betonte Dr. Günter Lersch, Vorsitzender des TC Blau-Weiß. Doch die Stadt, so Theilen, stünde weder als Generalpächter noch als Käufer zur Verfügung.
Stadtsprecher Frers („Wir sind den Sportarten Hockey und Tennis und den Vereinen verbunden“) kündigte Gespräche an: „Wir hoffen, dass wir eine Lösung bekommen.“ Er bestätigte auf Anfrage nicht, dass es sich hierbei auch um Gespräche mit Johann Heinrich Weinans handele.


Der niederländische Investor, der die Hallen im Rahmen einer Zwangsversteigerung 2008 für 250.000 Euro gekauft hatte und der seinen Plan, an der Lethestraße einen Indoor-Spielplatz zu errichten, nicht realisieren konnte, antwortete auf die entsprechende Frage des dk: „Ich denke nicht, dass der Pachtvertrag verlängert wird. Das hängt von vielen Faktoren ab, aber die Chance ist klein.“ Weinans weiter: „Ich will die beiden Hallen nur zusammen verkaufen. Alles oder nichts.“ In einigen Tagen, so der Niederländer, sei ein Gespräch mit der Stadt geplant.

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