24.01.2012 - 06:58 von Weser-Kurier (Merle Osterthun)
Nach einem verpatzten Hallensaisonstart kommt die Oberliga-Mannschaft des Hockey Clubs an der Delme (HCD) immer besser in Fahrt und hat die Regionalliga mittlerweile fest im Visier. Zuletzt fuhr das HCD-Team klare Siege gegen Eintracht Braunschweig (9:5) und den MTV Braunschweig (8:3) ein. Mit nun 21 Punkten sind die Delmenhorster dem Erstplatzierten Hannover 78 II (22 Punkte) dicht auf den Fersen. Trainer Ulli Hader sprach mit Merle Osterthun über das Erfolgsgeheimnis seines Teams, Aufstiegsträume und den Zeitdruck, der ihm bei diesem Vorhaben im Nacken sitzt.
Herr Hader, woran liegt es, dass es für Ihre Mannschaft momentan so gut läuft?
Ulli Hader: Ich denke, dass wir uns mittlerweile einfach gefunden haben. Am Anfang der Saison hatten wir mit einigen Verletzungsproblemen und Ausfällen zu kämpfen. Deshalb haben wir unglücklich zwei Spiele verloren und zudem noch drei Mal unentschieden gespielt - wobei ich sagen muss, dass wir von diesen Partien mindestens zwei hätten gewinnen müssen. Aber wie dem auch sei: Nun sind alle wieder fit und darum kommt unser Lauf für mich - beziehungsweise für uns - nicht wirklich überraschend.
In der Feldsaison lief es ja bereits ähnlich gut. Auf dem Feld sind Sie am Ende Vierter geworden, momentan steht Ihre Mannschaft auf dem zweiten Rang - nur einen Punkt hinter den erstplatzierten Hannoveranern. Was wollen Sie in dieser Hallensaison noch erreichen? Ist der Aufstieg ein Thema?
Wir wären doch verrückt, wenn wir den Aufstieg nicht wollen würden. Schon in der Feldsaison hatten wir damit gerechnet. Durch ein paar unglückliche Niederlagen kam es dann aber doch anders. Jetzt wollen wir hoffen, dass Hannover noch mal ausrutscht, damit wir uns Platz eins sichern können.
Was ist denn Ihrer Meinung nach das Erfolgsgeheimnis Ihres Teams?
Unsere Mischung macht's. Auf der einen Seite sind wir die jüngste Mannschaft der Oberliga und haben viele Spieler, die das erste, höchstens zweite, Jahr im Männerbereich spielen. Diese Jugend merkt man den Jungs an. Alle sind immer mit Elan und voller Eifer dabei. Auf der anderen Seite haben wir in Frank Westermann aber auch einen erfahrenen Torwart. Er ist wirklich ein Weltklasse-Mann und ein sehr starker Rückhalt für uns. Solche guten Torhüter wie Frank sieht man auch in höheren Ligen nicht häufig. Dieses Zusammenspiel zwischen Jung und Alt ist schon außergewöhnlich, klappt aber in diesem Team wirklich gut.
Sie trainieren mit der Mannschaft zwei Mal in der Woche, sind zudem Coach der zweiten und dritten Herren und kommen außerdem manchmal noch selbst als Spieler zum Einsatz - dreht sich bei Ihnen alles um Hockey?
Es stimmt schon, dass ich viel zu tun habe. Momentan trainiere ich nicht nur die erste, zweite und dritte Herren, sondern außerdem die A- und B-Mädchen des HCD. Darüber hinaus bin ich zusammen mit Kai-Uwe Stephan (Trainer der ersten Damenmannschaft des HCD, Anm. d. Red.) noch Verbandstrainer.
Da gehört dann mit Sicherheit jede Menge Herzblut dazu. Haben Sie sich schon immer für diesen Sport begeistert?
Ja, das kann man so sagen. Mit fünf Jahren bin ich von einem Freund mit zum Training genommen worden - und seitdem dabei geblieben.
Was macht Ihren Job als HCD-Trainer denn aus, und was wollen Sie persönlich im Hockey noch erreichen?
Vor allem finde ich es interessant, zu sehen, ob ich mit den Jungs etwas reißen kann, die ich schon seit Jahren im Verein ausbilde. Das nächste Ziel, das ich im Auge habe, ist definitiv die Regionalliga. Es gibt nur ein Problem: Der Aufstieg muss jetzt bald passieren. Vielleicht bleibt uns noch Zeit bis zur nächsten Hallensaison. Danach, befürchte ich, könnte sich die Mannschaft in alle Richtungen verstreuen, weil viele der jungen Spieler sicher irgendwo studieren wollen. Ich kann nur hoffen, dass sie das in der Nähe tun, damit diese Mannschaft weiterhin zusammenbleibt. Dann haben wir auch noch ein bisschen mehr Zeit für den Aufstieg.